Monjencs: „Wirklich alle“ Christinnen und Christen sollen an der Kirche bauen
Wien (epdÖ) – Mehr als 20 Vertreter:innen aus Kirchen in allen sieben Regionen des Lutherischen Weltbundes (LWB) kamen vom 7. bis 15. Mai in Wittenberg und Genf zum 9. Internationalen Seminar für Laien in kirchlichen Leitungspositionen zusammen. Aus Österreich mit dabei in den beiden Reformationsstädten war die Präsidentin der Evangelischen Synode A.B. und der Generalsynode in Österreich, Ingrid Monjencs.
Nach einer ersten Phase im LWB-Zentrum Wittenberg verbrachten die in kirchlichen Leitungspositionen tätigen Laien Zeit in Genf zur Reflexion und Weiterbildung. Es ging darum, gute Führungspraktiken kennenzulernen, das Selbstbewusstsein in der Führung zu stärken, in einer Führungsrolle zu wachsen und das Verständnis dafür zu vertiefen, was es bedeutet, als Kirche – auch durch die Führung von Laien – Hoffnung zu teilen und prophetisch für Gerechtigkeit und Frieden in der heutigen Welt einzutreten.
Wichtige Rolle von Laien in Führungspositionen
Rebekka Meissner, Programmleiterin für Diakonie und Entwicklung beim LWB und Mitveranstalterin, unterstrich die entscheidende Rolle von Laien in Führungspositionen im Leben und im Zeugnis der Kirche. Gesunde und blühende Gemeinden ohne Laienleiter:innen seien unvorstellbar. Deren Gaben, Engagement im Dienst und Verbundenheit mit ihren Gemeinden seien ein entscheidender Ausdruck dessen, was es bedeutet, „in jedem Kontext Kirche zu sein“, sagte Meissner.
In ihren Überlegungen zur prophetischen Rolle der Kirche sagte Synodenpräsidentin Ingrid Monjencs aus Österreich: „Ich denke, die Kirche ist wahrhaft prophetisch, wenn sie nicht darauf wartet, ständig Anerkennung zu erhalten. Sie ist prophetisch, wenn es Widerstand gibt, wenn man spürt, dass es nicht so einfach ist, mit seiner Botschaft durchzukommen.“ Zugleich betonte Monjencs: „Wir müssen uns gegen Ungerechtigkeit einsetzen. Wir müssen für Gleichberechtigung eintreten.“ Öffentliches Engagement beschrieb sie als Teil der Aufgabe, „als Kirchen das zu erfüllen, was uns als Berufung gegeben ist“.
Außerdem unterstrich Monjencs, dass „wirklich alle“ Christinnen und Christen aufgerufen seien, an der Kirche zu bauen. „Wir tun das in den unterschiedlichsten Ämtern und Handlungsfeldern, mit den verschiedensten Ausbildungen und Interessen“, wie die Berichte der Teilnehmenden aus ihren jeweiligen Kontexten untermauert hätten. Dass der Glaube über Kulturen und Generationen hinweg Menschen verbinde, habe sich in Wittenberg und Genf besonders deutlich in den persönlichen Begegnungen gezeigt, so Monjencs gegenüber dem Evangelischen Pressedienst.