<h3>Appell zum Internationalen Tag des freien Sonntags</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Zum Internationalen Tag des freien Sonntags (3. März) hat die „Allianz für den freien Sonntag“ („Sonntagsallianz“) Österreich in einer Aussendung daran erinnert, „wie unverzichtbar dieser gemeinsame Ruhetag für das soziale Gefüge, die Gesundheit und die Lebensqualität in unserer Gesellschaft ist“. Die wirtschaftlichen Einzelinteressen dürften nicht über das Wohl von Menschen gestellt werden, richtete die Allianz einen Appell für die Bewahrung des freien Sonntags an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.</p>
<p>Der arbeitsfreie Sonntag sei ein „wertvoller Ruhepol in einer Zeit, die immer schneller wird“, erklärte Wilhelm Krautwaschl, römisch-katholischer Referatsbischof für die „Sonntagsallianz“. Er schenke Raum für Begegnung, für Familie, für Glauben, gebe Kraft für die Woche und „für das, was unsere Seele stärkt“.</p>
<h3>Geist: „Sonntag als Oase des Lebens“</h3>
<p>Der Sonntag sei für viele Menschen der „wöchentliche Aufstand gegen den Dauerstress unserer Zeit“, sagt der Wiener Superintendent Matthias Geist gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. In einer Welt, in der scheinbar alles jederzeit verfügbar sein soll, erinnert er daran, dass der Mensch keine Maschine sei. „Wir brauchen einen gemeinsamen Tag, der sich dem Diktat von Leistung, Konsum und Gewinn entzieht. Gerade jetzt, wo viele Menschen erschöpft und überfordert sind, ist der Sonntag ein gesellschaftlicher Schutzraum“, unterstreicht Geist.</p>
<p>Eine Gesellschaft, die keine Pause mehr kennt, „verliert ihre Menschlichkeit“, so der evangelische Sprecher der Sonntagsallianz. Und weiter: „Der Sonntag als Oase des Lebens gehört den Menschen – ihren Familien, ihrer Gemeinschaft und dem Auftanken ihrer Seele.“</p>
<h3>Gravierende Folgen für das eigene Leben und die Gemeinschaft</h3>
<p>Wer sonntags arbeitet, während Familie oder Freunde frei haben – etwa in Gastronomie und Tourismus, im Öffentlichen Verkehr, bei Sicherheitsdiensten oder in der Pflege – kenne die Folgen, heißt es in der aktuellen Aussendung der „Sonntagsallianz“ weiter: Gemeinsame Erlebnisse schrumpfen, Ausflüge finden ohne einen statt, Treffen werden seltener, Beziehungen dünner. Freundeskreise und Familienleben verändern sich nicht aus fehlendem Willen, sondern aus fehlender gemeinsamer Zeit.</p>
<p>Der freie Sonntag sei ein „Schutzschild gegen Erschöpfung in einer Arbeitswelt, die immer stärker von Beschleunigung, Flexibilisierung und ständiger Erreichbarkeit geprägt ist“, betonte der Vorsitzende der Allianz Philipp Kuhlmann. Das wüssten insbesondere im Handel arbeitende Menschen zu schätzen, so der Vizevorsitzende des Bereichs Handel der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp Wien).</p>
<h3>Geschichte des arbeitsfreien Sonntags</h3>
<p>Am 3. März 321 verfügte Kaiser Konstantin der Große per Edikt den ersten staatlichen Schutz des arbeitsfreien Sonntags der Geschichte. Demnach sollten „am Tag der Sonne alle Richter, ebenso das Volk in den Städten, sowie die Ausübung der Künste und Handwerke ruhen“. In Österreich werden die Anliegen des arbeitsfreien Sonntags seit 2001 von der „Allianz für den freien Sonntag“ wahrgenommen. Sie ist ein Zusammenschluss überparteilicher, gemeinnütziger gesellschaftlicher Akteure (christliche Kirchen, Arbeiterkammer, Gewerkschaften, Kinderfreunde, Naturfreunde, Österreichischer Alpenverein).</p>
<p>In Österreich ist der Sonntag gemäß Arbeitsruhegesetz grundsätzlich arbeitsfrei. Es gibt zahlreiche Ausnahmen, wie etwa für unabdingbare Arbeiten bei der Polizei oder in der Gesundheitsversorgung, aber auch in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen. (Info: <a href="http://www.freiersonntag.at">www.freiersonntag.at</a>)</p>