Bildungsangebote für Ehrenamtliche: WeG präsentiert Umfrageergebnisse

Oliver Binder: „Ehrenamtliche wollen die Zukunft der Kirche aktiv und auf Augenhöhe gestalten“

Wels / Wien (epdÖ) – Einen klaren Bedarf an Bildungsangeboten, die Veränderungskompetenz, geistliche Vertiefung und praktische Befähigung zusammenführen, zeigt eine aktuelle Umfrage des Werks für Evangelisation und Gemeindeaufbau in der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich (WeG). In den Wochen vor Ostern waren ehrenamtliche und freiwillig engagierte Mitarbeitende befragt worden, welche Bildungsangebote sie sich künftig wünschen. Beteiligt haben sich mehr als tausend Personen, die überwiegend bereits in kirchlichen Leitungs- und Gestaltungsrollen engagiert sind. Damit spiegeln die Ergebnisse vor allem die Perspektive der tragenden Kräfte bestehender Gemeinden.

„Überrascht war ich, wie viele Ehrenamtliche und Freiwillige sich bedankt haben, dass das Thema Ehrenamt/Freiwilligenengagement und die damit verbundene Bildung und Begleitung überhaupt sichtbar gemacht wird“, sagt Oliver Binder, Referent im WeG und verantwortlich für die Studie. Die Umfrage zeige die hohe Verbundenheit der ehrenamtlich und freiwillig Engagierten in der Evangelischen Kirche. „Sie wollen die Zukunft dieser Kirche aktiv und auf Augenhöhe gestalten“, betont Binder.

Die Umfrage brachte die stärksten Themenwünsche in der Weiterbildung hervor: An erster Stelle stehen die Zukunft der Kirche bzw. die Frage, wie Veränderungsprozesse geleitet werden können. Fast ebenso bedeutsam sind für die Befragten Spiritualität, die Relevanz des Glaubens im Alltag und die Sprachfähigkeit im Glauben. Als konkretes Weiterbildungsangebot werden hybride Angebote (in Präsenz, aber online übertragen/aufgezeichnet) bevorzugt.

Aktuelle Herausforderungen und Nöte

Manche der Befragten nutzten auch die Gelegenheit, auf Herausforderungen und Sorgen des Ehrenamts und der Freiwilligenarbeit hinzuweisen. Bei der Möglichkeit der „Offenen Kommentare“ wurde etwa von vielen eine bessere Kommunikation und ein partnerschaftlicher Umgang zwischen Hauptamtlichen und Freiwilligen eingefordert. Zudem wünschen sich viele Engagierte mehr Wertschätzung, aber auch Befähigung und Ermächtigung für ihre Aufgaben.

Vom Rückgang an Hauptamtlichen sowie geplanten Gemeindezusammenlegungen fühlen sich manche Ehrenamtliche überfordert. Oliver Binder: „Meine Hoffnung ist, dass wir endlich das Versprechen des allgemeinen Priestertums einlösen können: Nicht so sehr fixiert auf die Unterscheidung von Hauptamt, Ehrenamt, Besucher:innen – sondern alle als am Gemeindeleben aktiv Beteiligte.“

Auf der Grundlage der Umfrageergebnisse und Kommentare wird beim WeG bereits an künftigen Seminar-Formaten gearbeitet. Weitere Darstellungen der Ergebnisse und die Bearbeitung in verschiedenen kirchlichen Kontexten sind vorgesehen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse kann ab Oktober auf www.eundg.at heruntergeladen werden.

Die Begriffe Ehrenamt und freiwillig engagiert

Ehrenamt (EA) meint (im engeren Sinn) die Ausübung einer Funktion (z.B. in Gemeindevertretung, im Presbyterium oder als Lektor:in). Freiwillig engagiert (FE) meint alle Formen des unbezahlten Engagements. Dazu gehören auch unregelmäßige, einmalige oder nichtformale Formen der Mitarbeit.