Diakonie: Zivildienst soll attraktiver werden

<h3>Moser betont Bedeutung als Friedens- und Sozialdienst</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – In der Frage der Reform des Zivildienstes hat die Diakonie auf dessen Bedeutung als Friedens- und Sozialdienst hingewiesen. „Dieser Grundcharakter des Zivildiensts muss leitend sein für alle Reformüberlegungen“, fordert Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in einer Aussendung am Montag, 26. Jänner. Zur Friedenssicherung sei es notwendig, den Sinn für Frieden und Demokratie zu stärken, und „dazu leistet der Zivildienst als Friedens- und Sozialdienst einen wesentlichen Beitrag“, betont Moser. „Ich halte das gerade angesichts der veränderten Weltlage für entscheidend.“</p>
<p>Die Diakonie fordert die Bundesregierung auf, den Zivildienst attraktiver zu gestalten. Er diene der sozialen Sicherheit, „und die ist wesentlich für Demokratie und Frieden. Genauso wie internationale Einsätze“, so die Diakonie-Direktorin. Demokratie, Frieden und soziale Sicherheit müssten „international gefördert werden“.</p>
<p>Das evangelische Hilfswerk fordert die Beibehaltung der Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahres auf den Zivildienst, die Erweiterung der Hilfstätigkeiten der Zivildiener, den Abbau bürokratischer Hürden, die Aufwertung des Zivildienstes in Kindergärten und zwölf Monate als absolute Obergrenze für die Verlängerung des Zivildienstes.</p>
<h3>Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahres auf den Zivildienst muss bleiben</h3>
<p>Dass Bundesministerin Claudia Bauer den Zivildienst als „wichtige Säule“ für Pflege, Behindertenbereich und Kindergarten würdige und den Zivildienst attraktivieren wolle, wird von der Diakonie begrüßt, hieß es. Die Anrechenbarkeit des Freiwilligen Sozialjahres auf den Zivildienst sei dafür entscheidend, so Moser. Sie sei nämlich ein wesentlicher Baustein für die Attraktivität des Zivildienstes, gerade in den von Bauer mehrfach angesprochenen Bereichen Pflege und Gesundheit in Österreich. Die betroffenen Organisationen fordert die Diakonie im Reformprozess zur breiten Beteiligung auf.</p>
<p>Um mehr Menschen für den Zivildienst zu begeistern, schlägt die Diakonie eine Erweiterung der Hilfstätigkeiten vor. „Ein qualifizierter Einsatz ist immer noch mit bürokratischen, praktischen und finanziellen Hürden verbunden. Daher können Einrichtungen zu wenig Gebrauch davon machen“, sagt Moser. Zudem fordert die Diakonie auch eine Aufwertung des Zivildienstes in Kindergärten. Diese sind in Kategorie 3 eingestuft, d.h., sie bekommen kein Zivildienstgeld vom Bund. „Wieso Kindergärten nicht gefördert werden, ist für uns nicht erschließbar“, kritisiert die Diakonie-Direktorin.</p>
<p>Die Regierung diskutiert derzeit eine Verlängerung der Wehrpflicht. Damit einhergehen müsse auch eine Verlängerung des Zivildienstes, sodass sich auch zukünftig ausreichend Rekruten für den Grundwehrdienst beim Bundesheer melden, erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Der Zivildienst soll damit von neun auf zwölf Monate ausgeweitet werden. Eine Entscheidung über die Verlängerung der Wehrpflicht soll es laut Tanner bis zum Sommer geben.</p>