<h3>„Kopf des Jahres“ – „Kleine Zeitung“ würdigte den ehemaligen Kärntner Superintendenten</h3>
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<p>Wien/Klagenfurt (epdÖ) – Für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde im Rahmen einer Gala der „Kleinen Zeitung“ am 4. Februar der ehemalige Superintendent Manfred Sauer. Gewürdigt wurde sein Wirken auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes, sein Vermächtnis mit dem Toleranzmuseum in Fresach sowie den von ihm mit initiierten Europäischen Toleranzgesprächen sowie sein Sinn für Poesie. Ebenfalls gekürt wurden bei der Feier in Klagenfurt in sechs Kategorien die „Köpfe des Jahres“ aus dem Raum Klagenfurt und Villach.</p>
<p>Nach fast 24 Jahren als Superintendent der Evangelischen Kirche in Kärnten und Osttirol war Manfred Sauer aufgrund seines Pensionsantritts Ende November 2025 von Bischöfin Cornelia Richter feierlich von seinem Amt entpflichtet worden. Zu Beginn seiner Laudatio erinnerte sich Hubert Patterer, Herausgeber und ehemaliger Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“, an den Entpflichtungsgottesdienst. „Auf der Kanzel stand ein letztes Mal in Funktion der sanfte Mahner, als den ihn das Land kennt und schätzt – über die Grenzen der Konfession hinaus“, so Patterer. Sauer sei mutig den Dingen auf den Grund gegangen, habe Unangenehmes beim Namen genannt. Auch wenn er sich mitunter unbeliebt gemacht habe, wenn es darum ging, Dinge zu verändern.</p>
<div id="attachment_214369" class="wp-caption alignnone landscape size400x276"><div class="post-image"><img decoding="async" src="https://evang.at/wp-content/uploads/2026/02/260209_sauer_patterer_ehrun…; srcset="https://evang.at/wp-content/uploads/2026/02/260209_sauer_patterer_ehrun… 2000w, https://evang.at/wp-content/uploads/2026/02/260209_sauer_patterer_ehrun… 400w, https://evang.at/wp-content/uploads/2026/02/260209_sauer_patterer_ehrun… 1400w, https://evang.at/wp-content/uploads/2026/02/260209_sauer_patterer_ehrun… 220w, https://evang.at/wp-content/uploads/2026/02/260209_sauer_patterer_ehrun… 768w, https://evang.at/wp-content/uploads/2026/02/260209_sauer_patterer_ehrun… 1536w"
sizes="(max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /></div><p class="wp-caption-text">Manfred Sauer mit Gattin Renate und Hubert Patterer (re.). (Foto: KLEINE ZEITUNG / Weichselbraun)</p></div>
<p>In seiner persönlich gehaltenen Würdigung beleuchtete Patterer Leben und Wirken des gebürtigen Burgenländers. Dieser kleide sich nicht nur stilbewusst, um sich und damit seine Kirche sichtbar zu machen. „Er soll auch ein großartiger Koch sein“, sagte Patterer, und „in diesem Erleben von Gemeinschaft spürt er Familie und Freundschaft am intensivsten. Er ist ein großer Gastgeber.“ Auch da lebe er vor, was er von seiner Kirche „programmatisch fordert: Einladend müsse sie sein, den Menschen zugewandt und gastfreundlich“.</p>
<h3>Patterer: „Begnadeter Netzwerk-Knüpfer und Öffentlichkeitsarbeiter“</h3>
<p>Patterer bezeichnete in seiner Festrede Sauer auch als „begnadeten Netzwerk-Knüpfer und Öffentlichkeitsarbeiter“. Für den ehemaligen Superintendenten dürfe sich die Kirche nicht entmutigen lassen, müsse weiter den Dialog mit der Gesellschaft suchen und glaubwürdig bleiben. Rückzug sei keine Option, konstatierte Patterer und verwies auf Sauers Prinzip der Hoffnung. „Wir bleiben unterwegs im Geist der Hoffnung, dass diese Welt nicht verloren ist. Glaubwürdig bleiben, das war das Mantra, das Sauers Amtszeit prägte“, betonte der Herausgeber der „Kleinen Zeitung“.</p>
<p>Ebenfalls erinnerte er an die Landesausstellung 2011 in Fresach, als einen der „großen Marksteine“, die Sauer als Superintendent setzte. Diese Landesausstellung habe „Sauers Handschrift inhaltlich wie ästhetisch“ getragen, so Patterer. Sauers Sinn für das Schöne spiegele sich auch in dem „vielgerühmten Erfolgsprojekt, das mit dem Museum und den jährlichen Toleranzgesprächen etwas Bleibendes geschaffen hat“.</p>
<h3>Sauer: Den destruktiven Kräften „das Positive“ entgegensetzen</h3>
<p>Er sei „sehr tief berührt von diesen Worten, von dieser Wertschätzung, diese Auszeichnung bedeutet mir unglaublich viel“, zeigte sich Sauer bei der Feier dankbar. In seinen Dankesworten verwies er auf „die chaotischen, die destruktiven Kräfte, die es gibt und die leider auch im Politischen zunehmen“. Es sei wichtig, dem „das Positive“ entgegenzusetzen. Da sehe er die Aufgabe von Kirche, von Verkündigung, konstatierte Sauer. Zusatz: „Aber ich sehe das auch als eine große Aufgabe der Medien, vor allem auch der Kleinen Zeitung, ein kritisches Medium zu bleiben.“</p>
<p>Es gelte, das zu betonen und zu verstärken, was den Menschen letztendlich auch auszeichne: „Aufeinander zuzugehen, füreinander da zu sein, füreinander einzustehen“. Nächstenliebe sei „unsere Aufgabe, um diese Welt auch in Zukunft menschlicher zu gestalten“.</p>