Ökumenische Pop-up-Church Aktion lädt zu Ritual und Begegnung ein
Graz (epdÖ) – Kirche geht hinaus auf die Straße: In diesem Sinne wird es heuer in Graz wieder eine öffentliche Fußwaschung geben. In einem ökumenischen Projekt bieten am Gründonnerstag, 2. April, Geistliche und Laien aus verschiedenen Konfessionen in der Herrengasse sowie am Südtiroler Platz von 13 bis 16 Uhr Passant:innen dieses Ritual an. Verantwortet wird die Aktion von der Evangelischen Kirche Österreich sowie dem Ökumenischen Forum Steiermark.
Hintergrund der Fußwaschung ist die biblische Erzählung aus dem Johannes-Evangelium, nach der Jesus einen Tag vor seinem Kreuzigungstod seinen Jüngern die Füße wusch. „In der Nachfolge Christi wollen wir Menschen auf Augenhöhe begegnen, ihnen zuhören und ins Gespräch kommen, und ihnen mit einer Fuß- oder Händewaschung – je nach Wunsch – etwas Gutes tun“, heißt es vonseiten der Projektleitung, die aus Sara Huber, Pfarrerin der Heilandskirche, Marcus Hütter, Pfarrer der Erlöserkirche Liebenau sowie Friedrich Eckhardt, Pfarrer der Christuskirche Graz Eggenberg, besteht.
„Unerwarteter Raum für Seelsorge und Austausch“
„Ein altes Ritual, mitten im modernen Graz: Die Fußwaschung am Gründonnerstag ist für uns weit mehr als Symbolik – sie ist gelebte Nächstenliebe“, betonen die Verantwortlichen. Die Passant:innen seien eingeladen, „kurz innezuhalten, sich etwas Gutes zu tun und mit uns ins Gespräch zu kommen“. Für die Waschungen verwendet wird warmes Wasser, Seife und bei Wunsch ätherische Öle. Mit dieser „Pop-up-Church“ soll vermittelt werden, dass „Kirche beweglich ist und genau dort zuhört, wo die Menschen sind“. Geboten werden ein „unerwarteter Raum für Seelsorge und den Austausch über alles, was bewegt“.
Unterstützt wird die Aktion auch vom steirischen Superintendenten Wolfgang Rehner: „Fußwaschung als christliche Symbolhandlung, außerhalb des gottesdienstlichen Rahmens: Ja, das ist erlaubt“, betont Rehner. Hier könne man erleben, was eigentlich jeder christliche Gottesdienst vermittelt: „Bei Gott wird Dreck und Staub des Weges abgewaschen, der im Lauf des Tages oder der Woche haften geblieben ist. Gott möchte, dass wir unsere Wege erfrischt, gereinigt und erleichtert gehen.“