<h3>Michael Chalupka über das Abenteuer Alterspension</h3>
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<p>Ein Glückskeks am Silvesterabend wird mich für das kommende Jahr stärken. Mein Pfarrer Johannes hat es mir beim Ausgang in die Hand gedrückt. Weil er ein besonderer Mensch ist, verteilt er auch besondere Glückskekse. Keine fernöstlichen Weisheiten finden sich darin, sondern Bibelsprüche. Am ersten Morgen des Jahres habe ich das Keks zerbrochen und reingeschaut. „Sei mutig und entschlossen. Hab keine Angst, und lasse dich durch nichts erschrecken!“, ist da zu lesen. Dieser Trost und Rat kommt zur rechten Zeit, beginnt für mich doch mit dem neuen Jahr ein Lebensabschnitt, den viele herbeisehnen, der aber auch zum Fürchten ist.</p>
<p>Seit 1.1. bin ich in Pension. Der Kalender hat sich rasant geleert. Niemand verfügt mehr über meine Zeit. Kein Schwein ruft mich an. Wird man noch gebraucht? Geht’s ab jetzt bergab, gesundheitlich und bei den vielen Beziehungen, die sich über die Arbeit definiert haben? Da stellen sich Fragen, die sich vielen stellen. Etwas mehr als 100.000 gehen in Österreich jedes Jahr in Rente, und schon ein Drittel der Bevölkerung bezieht eine Pension.</p>
<p>Die aktiv im Arbeitsleben Stehenden können auch besorgt sein, denn sie müssen das System finanzieren. Es braucht also Mut und Unerschrockenheit, sich in das Abenteuer Alterspension zu stürzen. Da kommt das Glückskeks gerade recht. Ich teile es gerne mit allen, mit denen, die diesen Schritt jetzt mit mir gehen, und mit denen, die noch weiterarbeiten.</p>