Feldkirchner Passionsspiele 2026: Bibel als Spiegel unserer Zeit

<h3>Premiere am 28. Februar – Brückenschlag zur heutigen Weltbühne</h3>
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<p>Graz (epdÖ) &#8211; In Feldkirchen (Bezirk Graz-Umgebung) versteht man die Passion Christi nicht nur als Darbietung einer zweitausendjährigen Geschichte: Die alle drei Jahre stattfindenden Passionsspiele interpretieren das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu seit 53 Jahren mit Blick auf die Welt von heute neu. Sie „laden ein, die große Erzählung nicht nur zu hören, sondern mitzuerleben &#8211; als Spiegel unserer eigenen Liebe, unseres Zweifelns und Hoffens“, erklärte Dramaturg Hans Perstling im Vorfeld gegenüber kathpress. Die Premiere findet am 28. Februar im Pfarrsaal von Feldkirchen statt, unter den Gästen wird auch der steirische Superintendent Wolfgang Rehner sein, der den Ehrenschutz übernommen hat.</p>
<p>In der heurigen Aufführungsserie ziehen die Passionsspiele Parallelen zwischen der Bibelerzählung und der heutigen Weltbühne. In sieben Zwischenrufen unterbricht ein personifiziertes Gewissen die biblische Handlung und schlägt eine Brücke zur Gegenwart &#8211; etwa zum Krieg in der Ukraine, in den Gazastreifen, zu Millionen im Namen des Glaubens verfolgte Christen oder Machtmenschen wie Donald Trump.</p>
<h3>Rehner: Karfreitagsgeschehen ein „universales Menschheitsthema“</h3>
<p>Eine Brücke von den biblischen Osterereignissen ins Jahr 2026 schlägt auch Superintendent Wolfgang Rehner. Die Passionsgeschichte erinnere daran, „dass menschliche Existenz von Anbeginn an und immer mit unsäglichem Leid verquickt ist“. Das Karfreitagsgeschehen sei kein evangelisches Sonderthema, sondern ein „universales Menschheitsthema“. Die Feldkirchner Passionsspiele 2026 hätten sich folgerichtig zum Ziel gesetzt, aufzuzeigen, dass jede Person im Zuschauerraum Teil dieser Geschichte ist. Gleichzeitig, unterstreicht Rehner, „rückt Gottes bedingungslose Liebe in den Fokus“.</p>
<p>Vor drei Jahren, mit der Aufführungsserie im Jahr 2023, feierten die Feldkirchner Passionsspiele ihr 50-Jahr-Jubiläum. Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst wies Dramaturg Perstling damals auf das Mitwirken evangelischer Theologen bei der Textfassung hin. „Hans-Jürgen Weitschacher hat in den 80er Jahren den ‚Ur-Text‘ des Feldkirchner Passionsspiels (vom damaligen Feldkirchner Pfarrer Josef Gschanes, Anm.) gründlich überarbeitet“, weiß Perstling. Der Katholik Weitschacher habe seinerzeit seinen evangelischen Kollegen am Akademischen Gymnasium, Ernst-Christian Gerhold, immer wieder in seine Textbearbeitung einbezogen. „Es ging ihm vor allem um die Rückmeldung betreffend der biblischen Richtigkeit des Passionsspieltextes.“</p>
<h3>Miklas: „Den Leidensweg Jesu Christi wieder ganz unmittelbar nahe gebracht“</h3>
<p>2015 erhielt Perstling erstmals den Auftrag, den Text der Passionsspiele erneut zu bearbeiten. „Ich hatte als Institutsleiter an der Kirchlich Pädagogischen Hochschule seit Jahren eine freundschaftliche Beziehung zu Superintendent Hermann Miklas“, erinnert er sich an den wertvollen ökumenischen Austausch. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, bei seiner Textbearbeitung mit Miklas im Gespräch zu bleiben. Einige Akzentsetzungen gehen darauf zurück.</p>
<p>Fast zwanzig Jahre habe er die Aufführungen erlebt und begleitet, erzählte Miklas im Zuge des runden Jubiläums gegenüber dem epd. „Sie waren jedes Mal von neuem nicht einfach nur ein Erlebnis, sondern sind tief unter die Haut gegangen und haben einem den Leidensweg Jesu Christi wieder ganz unmittelbar nahe gebracht“, so der ehemalige Superintendent.</p>
<h3>Ganz nah am Publikum</h3>
<p>Die Feldkirchner Passionsspiele zählen zu den acht traditionsreichsten Passionsspielen Österreichs. „Während die großen Passionsspielorte mit ihren eigenen Spielhäusern oder wie in Margarethen mit einer riesigen Bühne im Steinbruch mit Monumentalität und Massenszenen aufwarten, können wir in Feldkirchen mit Nähe und Intimität das Publikum emotional erreichen“, erklärt Regisseur Bernd Böhmer.</p>
<p>„Es haben nur rund 220 Leute Platz, und wir spielen mitten im Publikum. Diese Nähe zeichnet unser Spiel aus“, betonte Jesus-Darsteller Martin Plank. „Bei rund 85 Mitwirkenden auf der Bühne und insgesamt 170 Leuten, die von Maske bis Buffet über den Kartenverkauf mithelfen, kann es schon einmal eng werden“, so der 29-Jährige, der zum dritten Mal in der Rolle des Jesus zu sehen ist.<br />
Infos: <a href="https://ssgf.at/passion/">https://ssgf.at/passion/</a></p&gt;