Früherer Superintendent Sauer würdigte bei Begräbnis Gründerin des Wiener „Häferls“
Wien (epdÖ) – Hunderte Trauergäste sind zum Begräbnis am 18. August auf den Evangelischen Friedhof Wien-Simmering gekommen, um von Gerlinde Horn Abschied zu nehmen. Gerlinde Horn, Gründerin des Wiener „Häferl“ und vielseitig in diakonischen Projekten engagierte langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin in Wien, war am 24. Juli im 85. Lebensjahr verstorben. Den Begräbnisgottesdienst feierten mit der Trauergemeinde der frühere Kärntner Superintendent Manfred Sauer und Pfarrerin i.R. Lydia Burchhardt. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Michaela Skrieckova am Violoncello und Bertalan Ablonczy an der Orgel.
Sauer unterstrich in seiner Predigt, dass Horn stets versucht habe, die Liebe Gottes in der Welt sichtbar und erfahrbar zu machen. „Gerlinde Horn hat Dinge beim Namen genannt und Partei ergriffen für die, die nicht mehr für sich selbst einstehen können, und sie war auch widerständig im Leben und hat Kante gezeigt, wo es nötig war“, sagte Sauer.
„Ihr Lächeln war immer eine Einladung, Platz zu nehmen. Sie war sanftmütig und sehr sensibel, sie war eine Erscheinung, charmant, und sie hatte Stil“, betonte Sauer. Gerlinde Horn habe Spuren hinterlassen – Strahlkraft und Wärme ins Leben gebracht und sie geteilt, so der frühere Superintendent über die Verstorbene, die zahlreiche soziale Projekte initiiert hatte, darunter das Wiener „Häferl“, das warme Mahlzeiten für Menschen in Notlagen anbietet. Ursprünglich war die Einrichtung als Anlaufstelle für Haftentlassene und Freigänger gegründet worden. „Sie hat Menschen eingeladen zu einer Tischgemeinschaft und hat zu Tische gedient“, bekräftigte Sauer. Horn war auch viele Jahre als Gefängnisseelsorgerin tätig und leitete Entwicklungsprojekte in Afrika.
Gerlinde Horn hinterlässt ihren Ehemann, den ehemaligen Wiener Superintendenten Werner Horn, sowie fünf Kinder, zwei Enkelkinder und ihre Schwester.