Bischöfin Richter dankt Initiatoren – „Hohes Engagement für wichtigen Feiertag“
Wien (epdÖ) – Insgesamt 49.026 Stimmen konnten für das private Volksbegehren „Karfreitag-Feiertag für Alle“ gesammelt werden, wie das Innenministerium bekanntgegeben hat. Die Eintragungsfrist ist am Montag, 22. Juni, zu Ende gegangen.
In einer Stellungnahme gegenüber dem Evangelischen Pressedienst dankt die Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B., Cornelia Richter, den beiden Initiatoren des Volksbegehrens, Helmut Kern und Martin Wabl, für ihre private Initiative und würdigt „ausdrücklich das hohe Engagement für diesen wichtigen Feiertag“. Gleichzeitig dankt die Bischöfin „ebenso allen Menschen, die das Volksbegehren unterzeichnet haben“.
Wenn etwa ohne große öffentliche Diskussion, ohne direkte Unterstützung der Kirchen, des Gewerkschaftsbundes oder der Arbeiterkammern dennoch fast 50.000 Menschen „aus ihrer Privatsphäre herausgetreten sind und unterzeichnet haben“, zeige dies doch eine Verankerung des Karfreitags als kirchlicher Feiertag in der Bevölkerung.
Das Volksbegehren, so Richter, sei ein Instrument der konfrontativen politischen Auseinandersetzung, aber kein Rechtsbehelf oder Institut zur Wahrnehmung von Rechten vor Gerichten. Es sei daher „nicht hinreichend geeignet für den Aufbau von Verhandlungsgesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik“. Parallel zu dieser privaten Initiative gehe die Kirchenleitung deshalb in enger Abstimmung mit den ökumenischen Schwesterkirchen alternative Wege. Ziel seien Lösungen, die ein angemessenes Feiern des Karfreitags ermöglichen, dabei dem verfassungsrechtlichen Prinzip der Parität der Kirchen und Religionsgesellschaften und der unionsrechtlichen Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie entsprechen sowie sonstige weitere rechtliche und wirtschaftliche Gegebenheiten angemessen berücksichtigen. Die zugehörigen Vorschläge sollen in den nächsten Monaten vorgestellt werden, kündigt Richter an.
Zusätzlich zu den Gesprächen auf politischer Ebene sei die Kirchenleitung im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Tourismus, Sozial- und Gesundheitswesen, weiteren Interessensverbänden und mit den Vertreterinnen und Vertretern aller übrigen Religionsgemeinschaften.
Denn, so betont die Bischöfin noch einmal, „der Karfreitag erinnert an ein Drama der Menschheitsgeschichte, mit dem sich weltweit viele Menschen in Ohnmacht, Angst und Sorge identifizieren. Es ist daher kein Wunder, dass das Christentum überall dort rasant wächst, wo Menschen unter Armut und Gewalt leiden, ohne Zugang zu medizinischer Versorgung, wo es keine soziale Absicherung gibt und der Besuch einer Schule ein Privileg ist. Für viele dieser Menschen ist mit dem Karfreitag die tröstliche Botschaft verbunden: ‚Gott schaut Dich an und bleibt an Deiner Seite. Leid und Tod sind Gott nicht fremd.‘“ Zugleich sei der Karfreitag untrennbar mit der Osterbotschaft verbunden, „also mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu Christi“. Mit ihr gehe, so die Bischöfin, „die unbändige Hoffnung einher, dass neues Leben selbst dort möglich ist, wo wir es kaum noch erwarten. Denn vor Gott hat nicht einmal der Tod das letzte Wort – neues Leben, neues Licht sind möglich.“