<h3>Vertreter der Evangelischen Kirche und ÖRKÖ würdigten verstorbenen Altbischof</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Als einen „treuen Freund“ und „Motor der Ökumene“ bezeichnete der evangelisch-lutherische Superintendent Gerold Lehner den am 31. Jänner verstorbenen früheren katholischen Linzer Bischof Maximilian Aichern. In einem Nachruf erinnerte Lehner daran, dass die Ökumene in Oberösterreich nicht erst mit Altbischof Maximilian begonnen habe, „aber er hat sie energisch gefördert“ und auf der Ebene persönlicher Beziehung und Freundschaft gefestigt.</p>
<p>Aichern, der von 1982 bis 2005 Bischof war, sei selbst noch vom Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils geprägt gewesen und habe diesen Geist auch in seiner Diözese wehen lassen, bekräftigte Lehner. Gerade auch in der Ökumene habe sich das positiv ausgewirkt. „Was hier gewachsen ist, an wechselseitigem Verständnis, an herzlicher Gemeinschaft, an inhaltlicher Übereinstimmung, das war auch nach seiner Emeritierung nicht mehr rückgängig zu machen“, betonte der Superintendent. Er selbst habe Bischof Maximilian erst nach dessen Emeritierung kennengelernt, berichtete Lehner. Dabei sei er beeindruckt von Aicherns Freundlichkeit, von seinem „unglaublichen Gedächtnis“ und seiner Demut gewesen. „Als Evangelische Kirche sind wir dankbar für sein Wirken und seine Freundschaft. Er war ein Licht, nicht nur in der Kirche, sondern in dieser und für diese Welt. Ein Licht der Orientierung und ein Licht der Wärme“, so der Superintendent.</p>
<p>„Tiefen Respekt“ und „Dankbarkeit“ gegenüber Aichern drückte der Wiener Superintendent Matthias Geist „für die wenigen, aber bedeutsamen Begegnungen in der Allianz für den Arbeitsfreien Sonntag und in der Gefängnisseelsorge der Justizanstalt Garsten“ aus. Dabei wisse er „den herzlichen und so tief mitfühlenden Menschen Maximilian Aichern in Gottes ewiger Liebe geborgen“, unterstrich Geist in einer Reaktion auf Facebook.</p>
<h3>Ökumenischer Rat: „Pionier der Ökumene“</h3>
<p>Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) gedenkt „in großer Dankbarkeit“ eines „großen Pioniers der Ökumene“. Aichern habe vor allem als einer der wichtigsten Protagonisten des ökumenischen Sozialworts an einem bedeutenden Stück Ökumene-Geschichte maßgeblich mitgewirkt. Sein Einsatz für das gemeinsame Zeugnis der Christen in der Welt, für mehr Mitmenschlichkeit und soziale Gerechtigkeit „sind uns bleibendes Vorbild“, heißt es im Nachruf auf der ÖRKÖ-Website <a href="https://www.oekumene.at">www.oekumene.at</a>. Der frühere Bischof habe stets das Verbindende vor das Trennende gestellt. „Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für alle Kirchen in Österreich“, so der ÖRKÖ.</p>
<p>Das Requiem für den 93-jährig verstorbenen Linzer Altbischof Maximilian Aichern wird am Samstag, 7. Februar, um 12.00 Uhr im Linzer Mariendom gefeiert. Beigesetzt wird Aichern am Montag, 9. Februar, in der Äbtegruft des Stiftes St. Lambrecht, dem er vor seiner Amtszeit als Bischof von 1977 bis 1982 vorstand.</p>