Schweiz: Reformierte Synode empfing internationale Gäste

GEKE-Generalsekretärin Schenk: Gemeinsam Hoffnung vermitteln

Bern (epdÖ) – An der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche in der Schweiz (EKS), die vom 2. bis 3. November in Bern tagte, haben auch mehrere internationale Gäste teilgenommen, darunter etwa die Generalsekretärin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die ihren Sitz in Wien hat. Ebenfalls aus Österreich angereist war der Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B., Ralf Stoffers.

Susanne Schenk würdigte das starke Engagement der EKS für die europäische Kirchengemeinschaft. Besonders hob sie den Schweizer Beitrag zum Schutz der persönlichen Integrität („Safeguarding“) hervor: „Ihr helft, dass die evangelischen Kirchen in Europa sicherer werden.“ Angesichts gesellschaftlicher Unsicherheiten seien die Kirchen aufgerufen, gemeinsam Hoffnung zu vermitteln und Verantwortung zu übernehmen.

Landessuperintendent Stoffers: Wichtiger Austausch

„Ausgehend davon, dass jede Kirche ganz Kirche ist, aber keine Kirche die ganze Kirche, ist die Möglichkeit, als Gast an den Beratungen der Synode der Evangelischen Kirche der Schweiz teilnehmen zu dürfen, eine gute Möglichkeit, sich über aktuelle Aufgaben und Anliegen zu informieren und sich mit Vertreter:innen anderer reformierter Kirchen aus Europa und den USA auszutauschen“, sagte Stoffers gegenüber epdÖ.

„Die einstimmige Wiederwahl des Präsidenten der Synode, Gilles Cavin, und die sehr facettenreiche Diskussion über die Stellungnahme der EKS zum Ausfuhrgenehmigungsgesetz von Kriegsgütern gehörte mit zu den Höhepunkten“, resümierte der Landessuperintendent. Dabei hob er auch den Besuch im Haus der Kirche des Kantons Bern-Jura-Solothurn hervor, in dessen Rahmen die Teilnehmenden u.a. über „Church in move“ und die kantonalen Planungen des Reformationsjubiläums im Jahr 2028 informiert wurden. „Ein Gespräch mit mehreren Verantwortlichen des Hilfswerkes der Evangelischen Kirche der Schweiz (HEKS) über dessen Geschichte, Projekte, veränderte Rahmenbedingungen und Herausforderungen sowie eine Führung durch das Berner Münster und ein Besuch im Haus der Religionen in Bern rundeten das zweieinhalbtägige Treffen ab“, so der Landessuperintendent.

Karen Georgia A. Thompson, Präsidentin der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK), rief die Synodalen dazu auf, angesichts wachsender autoritärer Tendenzen, Fremdenfeindlichkeit und sozialer Ungleichheit gemeinsam für Gerechtigkeit einzutreten. Die weltweite reformierte Gemeinschaft lebe von ihrer Vielfalt und dem gemeinsamen christlichen Auftrag: „Wir sind in vielerlei Hinsicht verschieden, doch der gemeinsame Auftrag, Gott und unsere Nächsten zu lieben, führt uns zusammen.“

Beschlossen hat die Synode der EKS Anerkennungsleistungen für Betroffene von sexueller, physischer oder spiritueller Gewalt im Umfeld der reformierten Kirchen. Schweizweit soll es hier künftig nach gleichen Kriterien Anerkennungsleistungen geben. Eine neu eingerichtete unabhängige nationale Kommission prüft die Anträge und empfiehlt die Höhe der Leistung. „Mit diesem Entscheid sagen wir den Betroffenen: Wir nehmen ernst, was Ihnen geschehen ist. Wir übernehmen Verantwortung für das, was in unseren Strukturen möglich war“, sagte Rita Famos, Präsidentin der EKS.

Die EKS will, wie in der Debatte um das „Leistungsprofil EKS“ zu hören war, künftig „schlanker und fokussierter“ agieren. Dabei komme der EKS eine klare Öffentlichkeitsaufgabe zu, sie soll „die reformierte Stimme in die nationale und internationale Öffentlichkeit“ bringen und „dort koordinieren, wo Zusammenarbeit auf nationaler Ebene Mehrwert schafft“.

Die Synode ist das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS). Sie setzt sich aus Abgeordneten der 25 Mitgliedskirchen zusammen und tagt zweimal jährlich.