Wiener Hofburg: Auszeichnungen für evangelisches Engagement

Ehrenzeichen an Oberkirchenrätin Bachler, Thomas Hennefeld, Klaus Peter Schuh sowie Elisabeth Guttmann

Wien (epdÖ) – Anlässlich des Nationalfeiertags hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Dienstag, 27. Oktober, in der Wiener Hofburg rund 50 Österreicherinnen und Österreicher ausgezeichnet, die Außerordentliches in ihrem Beruf leisten, sich ehrenamtlich engagieren oder mit ihrer Kunst das Land prägen. Dabei wurden Ingrid Bachler das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie Thomas Hennefeld das Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Darüber hinaus wurden Klaus-Peter Schuh mit dem Goldenen Ehrenzeichen sowie Elisabeth Guttmann mit dem Silbernen Ehrenzeichen ausgezeichnet.

Ingrid Bachler: Frauenförderung und Gewaltprävention

Bachler engagiert sich seit vielen Jahren für Förderung und Empowerment von Frauen in Kirche und Gesellschaft sowie für Gewaltprävention. Auf der internationalen Ebene hat Bachler ihre Expertise im Personalbereich sowie im Bereich Frauenförderung eingebracht. Zudem wirkt sie in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), in dessen Rat (Leitungsgremium) sie 2018 gewählt bzw. 2024 wiedergewählt wurde. Als frühere Obfrau der Klinischen Seelsorgeausbildung hat sie eine umfangreiche Kompetenz für Aufgabenbereiche erworben, für die sie später als Oberkirchenrätin verantwortlich zeichnete. Bachler kommen in ihrer Funktion als Oberkirchenrätin umfangreiche Verantwortungsbereiche in der evangelischen Kirchenleitung zu, dazu gehören etwa der Personalbereich der Evangelischen Kirche A.B., der Bereich Bildung, verschiedene Seelsorgebereiche oder auch die Lektor:innenarbeit. Ebenso groß ist ihr ökumenisches Engagement. Seit 2017 ist Bachler im Vorstand des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), deren stellvertretende Vorsitzende sie seit 2023 ist.

Thomas Hennefeld: Ökumene, interreligiöses Gespräch und Friedensarbeit

Gewürdigt wurde Hennefelds intensiver Einsatz für die Ökumene und das interreligiöse Gespräch, insbesondere den christlich-jüdischen Dialog. Neben seiner langen Dienstzeit als Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich wirkte Hennefeld viele Jahre in der Ökumene. Von 2017 bis 2019 war Hennefeld Vorsitzender und zwei Jahre lang stellvertretender Vorsitzender des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), dem er aktuell angehört. Überdies engagiert sich Hennefeld international als Vertreter seiner Kirche, etwa bei Generalversammlungen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, ebenso auf europäischer Ebene in der GEKE (Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa) und der KEK (Konferenz Europäischer Kirchen). Hennefeld tritt auch für die Friedensarbeit mit dem Schwerpunkt Israel und Palästina ein, was etwa im Einsatz für das Ökumenische Begleitprogramm in Israel und Palästina im Auftrag des Weltkirchenrates (EAPPI) sichtbar wird.

Klaus Peter Schuh: Projekte und Einrichtungen für Menschen im Alter

Klaus Peter Schuh ist der Diakonie im Burgenland seit 1992 durch seine Tätigkeit als Hausarzt im Pflegeheim in Oberwart verbunden. Als Diakoniepresbyter der Pfarrgemeinde hat er Projekte und Einrichtungen für Menschen im Alter mit initiiert, umgesetzt und ehrenamtlich begleitet: das „Demenz-Café“; die Wohngemeinschaft „Vivio“ für Senior:innen ab 60; die Wohngemeinschaft „Demenz (im) Zentrum“ sowie den „Seniorengarten“, das Buchprojekt „Resl und Hiasl – gemeinsam nicht einsam“ mit Kurzgeschichten für die Erinnerungsarbeit von Großeltern im Austausch mit ihren Enkeln mit dem Ziel, ins Gespräch zu kommen. Er war auch Namensgeber und Wegbegleiter für den „Vorsorgedialog“ in Pflegeheimen.

Elisabeth Guttmann: Co-Leiterin des „Häferls“

Elisabeth Guttmann hat von 2010 bis 2018 im Laura Gatner Haus des Diakonie Flüchtlingsdiensts in Hirtenberg unbegleitete minderjährige Geflüchtete betreut und für sie gekocht. Seit 2019 ist sie Co-Leiterin und Köchin im „Häferl – Wirtshaus für alle“ der Stadtdiakonie Wien, wo armutsbetroffene Menschen an fünf Tagen in der Woche ein warmes Essen an den Tisch serviert bekommen.

Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser schrieb dazu in einem Posting auf Social Media:
„Ich freue mich, dass soziales Engagement in der Diakonie von Personen, die tagtäglich mit großer Selbstverständlichkeit für andere da sind, ohne im Licht der Öffentlichkeit zu stehen, als verdienstvoll für die Republik Österreich gewürdigt wird.“