Wiener Kurator:innen beschäftigten sich mit Exnovation

<h3>Todjeras erklärte bei Tagung die Kunst des klugen Weglassens</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Wie gelingt es, sich gelungen von Altem in der Gemeinde zu verabschieden? Diese Frage war das Thema der diesjährigen Tagung für die Wiener Kuratorinnen und Kuratoren vom 20. bis 21. März in Stockerau. Auf Einladung der Superintendentialkuratorin Petra Mandl wurde mit der Fachexpertise von Patrick Todjeras, Rektor des Werkes für Evangelisation und Gemeindeaufbau, am Thema „Exnovation“ gearbeitet.</p>
<p>Mandl stellte die Tagung unter das Motto eines Spruches von Christian Morgenstern: „Wir brauchen nicht so fort zu leben, wie wir gestern gelebt haben. Macht Euch nur von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.“</p>
<p>Bei seinen Vorträgen erklärte Todjeras, dass es bei der Kunst des klugen Weglassens (Exnovation) um ein bewusstes, begründetes, Aufhören, Auslassen, Verkleinern oder Auslagern geht mit dem Ziel, dass Gutes besser werden kann. Exnovation sei eine Entscheidung nach dem Motto „prüfet alles und das Gute behaltet“, damit ein größeres Ja Raum bekommt. Es soll ermöglichen, dass die Energie der Gemeinde dorthin fließt, wo Auftrag und Freude wohnen, d.h. den Menschen zu dienen, das Evangelium hörbar zu machen und Gemeinschaft zu stärken.</p>
<p>Superintendent Matthias Geist sieht im kirchlichen „Ausmisten“ eine besondere Chance für die Zukunft. „Projekte, die jetzt gefragt sind, benötigen auch eine bewusste Entscheidung zum Ausmisten. Indem wir allzu Gewohntes loslassen, werden Kompetenzen bewusster gesehen und gefördert“, betonte Geist.</p>
<p>Kuratorinnen und Kuratoren übernehmen ehrenamtlich in den evangelischen Pfarrgemeinden gemeinsam mit dem Pfarrer bzw. der Pfarrerin die Leitung und Repräsentation der jeweiligen Gemeinde. Sie moderieren und leiten Entscheidungsprozesse. „Das kann durchaus herausfordernd sein. Dafür gebührt ihnen ein großer Dank. Was wäre unsere Kirche ohne sie“, erklärten Geist und Mandl. Im Rückblick betonte Mandl auch, dass gerade Austausch und Gemeinschaft rund um das Programm die Tagung für die ehrenamtlichen Kuratorinnen und Kuratoren zu einem besonderen Erlebnis machen würden.</p>
<p>Begleitet wurde das Programm mit einer Andacht von Superintendent Matthias Geist in der Stockerauer Friedenskirche und einem Vortrag von Ortspfarrer Christian Brost über die Geschichte des Kirchengebäudes, das ursprünglich eine Synagoge war, und die historische Aufarbeitung durch die Gemeinde.</p>