Moser: Irankrieg droht globale Hungerkatastrophe auszulösen

Diakonie-Direktorin im APA-Interview auch zu Bildung und Karfreitagsregelung

Wien (epdÖ) – Vor drastischen Auswirkungen, die auch Österreich massiv treffen könnten, warnt Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser angesichts des Iran-Krieges. Sollte der Konflikt nicht bald beendet sein, drohe eine weltweite Hungersnot, sagte sie im Gespräch mit der APA. Aufgrund der Auswirkungen auf Düngemittel würden die Lebensmittelpreise massiv steigen. Landwirtschaft, so Moser, sei weltweit stark von fossiler Energie abhängig, weil diese zur Düngemittelerzeugung gebraucht werde. Agrarökologische Alternativen, insbesondere für die Länder im Globalen Süden, könnten hier gegensteuern. Moser verwies auf die Dringlichkeit, „dass wir uns von den fossilen Energieträgern gerade in der Landwirtschaft, gerade in der Nahrungsmittelproduktion unabhängig machen“.

Moser warnte, dass eine globale Hungerkatastrophe auch internationale Fluchtbewegungen nach sich ziehen könne. Dabei verwies sie auch auf aktuelle Mängel in der österreichischen Integrationspolitik. Obwohl die Asyl-Neuanträge in Österreich derzeit auf dem niedrigsten Stand seit mehreren Jahren seien, habe das Innenministerium das Aussetzen des Familiennachzugs angeordnet. Dies sei laut Moser unvereinbar mit den Menschenrechten, insbesondere dem Menschenrecht auf Familie.

Bildung und Sicherheit

Für die Diakonie als Träger von Bildungseinrichtungen seien, wie Moser im Gespräch mit der APA hervorhob, auch die Deutschkenntnisse von Kindern und Jugendlichen ein zentrales Anliegen. Hier gelte es etwa, im Kindergarten anzusetzen. Dafür müssten aber auch die personellen Ressourcen passen, betont Moser. Ein anderer für die Diakonie wichtiger Hebel seien die Eltern, die ebenso begleitet werden müssten. „Insbesondere dann, wenn sie selbst nicht deutsch-muttersprachig sind und vielleicht das österreichische Bildungssystem nicht kennen.“

Auch Sicherheit ist für die Diakonie ein wesentliches Thema – allerdings werde diese in der Politik vorwiegend „militärisch diskutiert“, bedauert Moser. Sicherheit sei aber auch soziale Sicherheit und ein zentrales Instrument sei die Sozialhilfe, bei der die Diakonie nach wie vor großen Reformbedarf sieht. Hierzu gehörten unter anderem Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen. Weiterhin wartet die Diakonie auch auf die Kindergrundsicherung, die im Koalitionsprogramm zumindest erwähnt wird.

Wiedereinführung des Karfreitags als Feiertag

Zudem erneuerte die Diakonie-Direktorin im APA-Interview auch die Forderung nach einer Wiedereinführung des Karfreitags als österreichischen Feiertag für alle. In der Diakonie selbst ist der Karfreitag als dienstfreier Tag für alle Bediensteten, egal welcher Religionszugehörigkeit, im Kollektivvertrag verankert. „Wir wollen kein evangelisches Privileg“, betonte Moser.