Sowohl Pessach als auch Ostern erinnern an Leid und Hoffnung
Wien (epdÖ) – Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit
sendet für das anstehende Pessachfest (1. bis 9. April) herzliche Glückwünsche an die jüdische Gemeinde. „Zu Pessach und Ostern übermitteln wir Ihnen und Ihren Familien unsere herzlichen Wünsche für friedvolle Feiertage“ und für „Tage der Hoffnung und der Zuversicht“, heißt es in dem Schreiben. Gezeichnet ist es von Präsidentin Regina Polak, Vizepräsidentin Margit Leuthold, Vizepräsident Willy Weisz, Geschäftsführer Yuval Katz Wilfing und Ferenc Simon, dem Beauftragten der Erzdiözese Wien für die christlich-jüdische Zusammenarbeit. Die Verantwortlichen des Koordinierungsausschusses betonen in dem Schreiben auch die gemeinsame Verantwortung von Juden und Christen für Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt.
In diesen Tagen könne Psalm 22 Juden und Christen in besonderer Weise als gemeinsamer biblischer Bezug begleiten. Er gebe der Klage ebenso Raum wie der Hoffnung, er verschweige die Erfahrung von Angst, Verlassenheit und Bedrängnis nicht und halte zugleich am Vertrauen auf Gottes Treue fest. Darin eröffne er einen geistlichen Weg, „der Menschen durch Dunkelheit hindurch trägt und neue Zuversicht wachsen lassen kann“.
Pessach erinnere daran, „dass Bedrängnis und Befreiung, Klage und Hoffnung zusammengehören“. Die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten halte die Erfahrung der Enge wach und stärke zugleich die Hoffnung auf Gottes befreiendes Handeln. So werde die Erinnerung nicht nur bewahrt, sondern in der Gegenwart lebendig gehalten.
Hoffnung soll nicht verstummen
Auch Ostern sei für Christ:innen untrennbar mit diesem Weg durch Leid und Hoffnung verbunden, so der Koordinierungsausschuss weiter. Im Licht der Osterbotschaft werde Psalm 22 als ein Psalm gehört, „in dem die Klage vor Gott ausgesprochen werden darf und das Vertrauen neu Gestalt gewinnt“. So werde deutlich: „Schmerz, Trauer und offene Fragen werden nicht verdrängt, sondern vor Gott getragen.“ Gerade in einer Zeit, die von Unsicherheit, Spannungen und Erschütterungen geprägt ist, könne Psalm 22 als gemeinsames biblisches Zeugnis neu daran erinnern, „dass Klage ihren Ort hat, dass Hoffnung nicht verstummen muss und dass das Vertrauen auf Gott Menschen Kraft zum Weitergehen schenkt“. Daraus wachse auch Verantwortung füreinander: für Achtung, Menschlichkeit und den Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden, so der Koordinierungsausschuss.
Einwöchiges Pessach-Fest beginnt
Pessach gehört zu den wichtigsten jüdischen Festen. Es beginnt in diesem Jahr am 1. April und dauert bis zum 9. April – und findet damit während des christlichen Osterfestes statt. Pessach erinnert an den überlieferten Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und an die Befreiung aus der Sklaverei und wird weltweit von mehr als 15 Millionen Juden zelebriert.
Website Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit: christenundjuden.org