Hermagor: Jubiläumssonntag zum 100. Geburtstag der Schneerosenkirche

Rundes Jubiläum auch in Kapfenberg – Gustav-Adolf Fest in Wien: „Träum weiter“

Hermagor / Kapfenberg / Wien – Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Schneerosenkirche lud die evangelische Pfarrgemeinde Hermagor am Sonntag, 28. Juni, zum Jubiläumsfest ins Kärntner Gailtal. Den Festgottesdienst mit zahlreichen Ehrengästen feierten Bischöfin Cornelia Richter, Superintendentin Andrea Mattioli sowie Ortspfarrer Reinhard Ambrosch. „Mit feinem Wortwitz, persönlichen Beispielen und klaren Botschaften verbanden sie den Blick auf die Geschichte mit den Herausforderungen der Gegenwart und machten Mut, Kirche auch in Zukunft offen, glaubwürdig und einladend zu gestalten“, heißt es in einer Presseaussendung nach der Feier. Sie stand unter dem Motto „Wo Hände erschufen, was Herzen ersehnten“.

Am 11. Juli 1926 war die „Schneerosenkirche“ eingeweiht worden. Ihren Namen erhielt sie, weil für einen großen Teil der Finanzierung Schneerosen gepflückt, zu Sträußchen gebunden und in evangelische Gemeinden in aller Welt verkauft wurden. Ambrosch und Kurator Karl Wassertheurer betonten jedoch, dass dieses Fest nicht nur ein Rückblick auf ein Jahrhundert gelebten Glaubens und gemeinschaftlicher Geschichte sei, „sondern auch ein Ausblick auf das, was uns als Gemeinde weiterhin verbindet und trägt“.

„Es ist eine große Freude, in der Chronik zu lesen, mit welch persönlichem Einsatz und Kraftakt unsere Väter und Mütter im Glauben damals die Kirche in den schweren Nachkriegszeiten gebaut haben“, so Ambrosch. „Und es ist eine große Freude, mit welch großem Einsatz unser Team unsere Kirche so wunderschön für die 100 Jahr-Feier renoviert hat und sie damit für unsere Nachkommen erhalten wird.“

Einen besonderen Akzent setzte Karlheinz Essl, Enkel des Kirchenmitbegründers Georg Essl I.. Mit persönlichen Erinnerungen ließ er die Entstehungsgeschichte der Schneerosenkirche lebendig werden. Er zeigte auf, „dass dieses für die damalige Zeit nahezu gigantische Bauvorhaben nur durch einen tiefen Glauben, den unerschütterlichen Zusammenhalt und das vertrauensvolle Miteinander von Frauen und Männern verwirklicht werden konnte“, heißt es in der Presseaussendung. Gerade diese Botschaft reiche weit über die Geschichte hinaus.

In ihrem Resümee zeigten sich die Verantwortlichen dankbar für ein Fest, „das eindrucksvoll gezeigt hat, dass Kirche lebt, Menschen verbindet und Zukunft hat“. Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst von Diözesankantor Martin Lehmann an der Orgel sowie dem Bläserensemble der Stadtkapelle Hermagor.

Bereits am Samstag war mit der Auftaktveranstaltung „Miteinander reden – Kirche bewegt“ in der Schneerosenkirche ein neuer Akzent gesetzt worden. Das umfassende Programm im Jubiläumsjahr finden Sie auf: www.evang-hermagor.at

100-Jahr-Feier auch in Kapfenberg


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Pfarrer Erich Klein zeigte sich froh und dankbar, dass die Glocken der Christuskirche nun wieder erklingen. (Foto: Gustav Preinsperger)

Auch im steirischen Mürztal trotzten am 28. Juni Gemeinde und Festgäste aus der Ökumene und Politik der Hitze und feierten in der Christuskirche das 100-jährige Bestehen der Pfarrgemeinde Kapfenberg. In seiner Festpredigt zitierte der emeritierte Bischof Michael Bünker aus einem Bescheid des Oberkirchenrates vom 24. Februar 1926, wo es unter anderem heißt: „Vom Schönberg zur Häuselalm … weiter auf der Kammhöhe zum Raming … weiter dem Höhenzuge zwischen Lamingtal und Thörlgraben folgend bis zum Emberg, Höhenkote 917 … dann mürzabwärts bis zur Einmündung der Laming …“. Was damals schlicht die Grenzen der neugegründeten Pfarrgemeinde beschrieb, liest es sich doch – so Bünker – wie die Wegbeschreibung eines Höhenwanderweges. „Die Höhenwanderung im Licht Christi, im Licht der Welt und im Licht des Lebens, sie hat schon lange vor uns angefangen – und: sie wird auch lange nach uns weitergehen“, so der emeritierte Bischof. „100 Jahre lang hat sich die Kapfenberger Gemeinde daran aktiv und eigenständig beteiligen können und es mögen gerne noch einmal hundert Jahre und viel mehr werden!“

Einige Jahrzehnte musste die Pfarrgemeinde übrigens ohne eigenes Gebäude auskommen: Die Christuskirche wurde erst 1961 eingeweiht. Jetzt, 65 Jahre später, wurde gleich zu Beginn des Festgottesdienstes die Wiederinbetriebnahme des Glockengeläutes nach deren Renovierung von Ortspfarrer Erich Klein und Kuratorin Helga Stückler feierlich zelebriert. Grußworte aus Ökumene und Politik sowie viele Besucher:innen bezeugten, wie wertvoll christliche Gemeinschaft ist und dass auch eine kleine Gemeinde „Licht in der Welt“ sein kann.

Gustav Adolf-Fest Wien unter dem Motto „Träum weiter“


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Den Abschluss des Wiener Gustav Adolf-Festes bildete ein Abendsegen mit dem Kanon „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“. (Foto: Tripple, Roland M. Kreutzer)

In der Lutherkirche in Wien Währing wurde ebenfalls am Sonntag, 28. Juni, ab 18 Uhr das diesjährige Gustav Adolf-Fest der Bundeshauptstadt gefeiert. Trotz Rekordtemperaturen folgten viele der Einladung zu einem vielfältigen Abendprogramm mit viel Raum zur persönlichen Begegnung.

Viele Luftballons, bedruckt mit dem Festmotto „Träum weiter“, unterstrichen die luftige und fröhliche Atmosphäre. Dieser Satz kann freilich unterschiedlich verstanden werden: als bloßes Vertrösten, als Abtun oder Nicht-Ernst-Nehmen. „Wir wollen ihn heute jedoch als Einladung verstehen. Träum weiter! Schau über das scheinbar Machbare hinaus. Was sind deine Träume, deine Visionen für unsere Kirche, für unsere Gesellschaft, für diese Welt?“, erläuterte Ortspfarrer Christopher Türke bei der „Musikalischen Eröffnung“ in der Kirche. Zu hören waren neben der Orgel die Chöre der evangelischen Region Wien Nord-West (Markuskirche Ottakring, Weinbergkirche Döbling und Lutherkirche Währing & Hernals). Musik zog sich dann auch wie ein roter Faden durch das Fest, etwa in einer Kabaretteinlage bis hin zum gemeinsamen Abendsegen bei Kerzenlicht vor der Kirche.

„Das Gustav-Adolf-Fest war trotz der großen Hitze ein großartiges Fest, das rund 140 Besucher zusammenbrachte“, blickt Türke zurück. Es sei geprägt gewesen „von wunderbarer Musik, herzhaftem Lachen beim Kabarett, inspirierendem christlichem Yoga und einem stimmungsvollen Abschluss“. Türkes Dank gelte auch den evangelischen Institutionen, „die mit ihren Ständen zum Gelingen des Festes beigetragen und das vielfältige Programm bereichert haben“.