Chalupka: Wechsel der Religion ist Menschenrecht

Gottesdienst und CSI-Schweigemarsch zu Beginn der „Langen Nacht der Kirchen“ Wien

 
von Evangelischer Pressedienst
Zu einem Schweigemarsch für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt hatte die österreichische Sektion von „Christian Solidarity International“ (CSI) am 10. Juni geladen. (Foto: CSI)
Zu einem Schweigemarsch für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt hatte die österreichische Sektion von „Christian Solidarity International“ (CSI) am 10. Juni geladen. (Foto: CSI)

Gottesdienst und CSI-Schweigemarsch zu Beginn der „Langen Nacht der Kirchen“

Wien (epdÖ) – Jeder Mensch habe das Recht, seine Religionszugehörigkeit zu wechseln, betonte Diakonie-Direktor Michael Chalupka in seiner Predigt beim ökumenischen Gottesdienst zu Beginn der „Langen Nacht der Kirchen“ am 10. Juni in Wien. Konvertiten müssten in vielen muslimischen Ländern mit dem Schlimmsten rechnen, so Chalupka in der Wiener Augustinerkirche. Wer sich hier in Österreich taufen lassen will, habe dazu das Recht, die Taufe werde aber niemals leichtfertig gespendet. Wenn jemand behaupte, dass sich Menschen hierzulande mit der Taufe einen Asylstatus erschleichen wollen, dann sei diese Unterstellung auf das Schärfste zurückzuweisen, unterstrich Chalupka.

Der Diakonie-Direktor räumte ein, dass es auch in Österreich in Flüchtlingsquartieren zu Konflikten komme. Diese hätten unter anderem ethnische und religiöse Gründe. Er weise jedoch „jede Rede von einer systematischen Christenverfolgung in solchen Quartieren“ zurück. Dies würde wieder Angehörige anderer Religionen pauschal diskriminieren.

Dem Gottesdienst in der Wiener Augustinerkirche ging ein „Schweigemarsch für verfolgte Christen“ voraus. Rund tausend Menschen nahmen an dem Marsch vom Stephansdom über Graben und Kohlmarkt zur Augustinerkirche teil, darunter auch der evangelische Altbischof Herwig Sturm und der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Superintendent Lothar Pöll.

Zum Schweigemarsch hatte die österreichische Sektion von „Christian Solidarity International“ (CSI) geladen. Dabei wurde auch für notleidende Christen in Syrien und Nigeria um Spenden gebeten. Wie CSI-Generalsekretär Elmar Kuhn sagte, seien dieser Tage Boko-Haram-Terroristen erstmals auch in Gebiete im Süden von Nigeria eingefallen. Beim Überfall auf ein von Christen bewohntes Dorf seien 200 Menschen ermordet worden, rund 2500 seien auf der Flucht. Um diese Flüchtlinge mit dem Notwendigsten zu versorgen, brauche es dringend Spenden, die im Rahmen des Schweigemarsches zusammenkommen sollten, so Kuhn.

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